Hochwasser

Hochwasser entsteht durch:

  • Starke, anhaltende Regenfälle
  • Tauwetter mit Regen
  • Eisstoß, meist Kombination mit Niederschlags- oder Schneeschmelzhochwässern
  • Übertritte aus Nachbarflüssen
  • Übergehen von Dämmen durch Bergrutsch in das Staubecken
  • starke Schneeschmelze
  • Verklausungen
  • Grundwasserhochstände
  • Bruch von Staudämmen
  • Übergehen von Teichen

Faktoren die einen Einfluss auf die Größe des Hochwasserschadens, bzw. auf Wasserschäden haben:

  • Intensität des Niederschlages, bzw. des Schneeschmelzprozesses
  • Dauer des Niederschlages, damit zusammenhängend die Niederschlagssumme
  • zeitliche Verteilung des Niederschlags
  • räumliche Verteilung des Niederschlags
  • Wasseraufnahmemöglichkeit der Böden im Einzugsgebiet
  • Bewirtschaftung von Rückhalteräumen, oder plötzliche Veränderung des vorgegebenen Rückhalteraumes, z.B. Dammbrüche, Verklausungen
  • Verbau oder Besiedelung von Retentionsräumen ( natürliche Überflutungsräume)
  • unzweckmäßige Bebauung landwirtschaftlicher Nutzflächen
  • mangelnde Pflege der Flussläufe wie etwa:
    • Flussgrund zu hoch
    • Baum-, Pflanzenbestand zu dicht, zu stark
  • nicht behobene Uferschäden
  • Lagerplatz direkt am Ufer
  • zu klein dimensionierte Abwasseranlagen
  • verstopfte Abwasserleitungen
  • mangelnde Eigenverantwortung und Initiative
  • Mangel an Geld und Arbeitskräften
  • mangelnde Bereithaltung geeigneter Hilfsmittel

Kraftwerke als Hochwasserschutz

Wasserkraftwerke beeinflussen den Charakter ihrer Umgebung – sie haben auch dazu beigetragen, die Lebensbedingungen für die Anrainer zu verbessern.

Wir unterscheiden zwischen:

  • Alpine Wasserkraftwerke
  • Pumpspeicherkraftwerke
  • Laufkraftwerke

In unserer näheren Umgebung befinden sich ausschließlich Laufkraftwerke.

Laufkraftwerke sind Kraftwerke in den Niederungen (Donau, Kamp – Ottenstein, Dobra und Thurnau) schützen die Anrainer vor allem dadurch, dass mit Hilfe der höhenverstellbaren Wehrfelder der Wehranlage Wasser aus den Rückstauräumen kontrolliert abgelassen werden kann. Die Dämme und Aufschüttungen an den Rückstauräumen, die Uferbefestigungen und die Wehranlagen selbst werden bei Laufkraftwerken so ausgeführt, dass sie auch jene extremen Hochwässer bewältigen können, die nur alle paar Jahrzehnte einmal vorkommen.

Laufkraftwerke haben praktisch keine Möglichkeit, eine Hochwasserwelle zurückzuhalten, da das hierzu erforderliche Stauraumvolumen fehlt.

Hochwasser durch Nebenflüsse

Die Abläufe bei einem Hochwasser durch Nebenflüsse sind meist schwer kalkulierbar. Durch besondere Ereignisse können auch Gebiete, die nicht als gefährdet beurteilt sind, geschädigt werden.

Ursachen eines Hochwassers bei Nebenflüssen

  • Anhaltende Niederschläge
  • Unwetter
  • Tauwetter mit Regen

Die Gefahr eines Hochwassers durch Nebenflüsse wird oft unterschätzt. Dadurch führen solche Ereignisse oft nicht nur zur erheblichen Sachschäden, sondern leider auch zu Personenschäden.

Hochwasser bei Nebenflüssen führt zu:

  • Verklausungen von Wehranlagen, Brücken und bei Baumbeständen im Flussbett
  • Auskolkungen
  • Dammbrüche
  • Beschädigung von Brücken, Straßen und Wehranlagen und damit zur Unterbrechung von Verkehrswegen
  • In ebenem Gelände mit langsamen Wasserabfluss zum Aufweichen der Dämme
  • Ansteigen des Grundwasserspiegels

Hochwasser - Selbstschutzmaßnahmen

Um die richtigen Schutzmaßnahmen gegen Schäden durch ein Hochwasser treffen zu können, sollte zuerst überlegt werden ob eine Gefährdung durch Hochwasser oder durch Unwetter möglich ist. Dafür ist die Beobachtung der Umgebung der Wohnanlage, aber auch des benutzten Verkehrswegen, des Schulweges der Kinder, etc. notwendig.

Überprüfen der eigenen Gefahrensituation

  • Sind Flüsse, Bäche oder Teiche in der Nähe?
  • Hat es in der Wohngemeinde schon einmal Hochwasser gegeben? Historischen Rückblick über vorgekommene Ereignisse verschaffen
  • Gibt es Hänge in der Nähe? Auch wenn dort kein Hochwasser fließt, kann plötzlicher starker Niederschlag ein Abrutschen der Hänge durch Wassermassen, Schlamm und Geröll auslösen.
  • Gibt es in der Nähe Teiche, die übergehen könnten?
  • Überprüfen des Grundwasserspiegels vor Errichtung von Objekten
  • Wie sieht es mit der Kanalisation aus? Kann der Kanal übergehen?
  • Drohen Bäume unterspült zu werden und umzustürzen?
  • Gibt es ausgetrocknete Flussläufe, Bachbette?

Bauliche Maßnahmen können die Hochwassergefahr verändern.

Durch Hochwasser werden oft Personen verletzt oder gar getötet, aber auch erhebliche Sachschäden werden verursacht. Viele Menschen versuchen durch Selbstschutzmaßnahmen den Schaden zu verhindern oder zumindest zu verringern. Durch falsche Selbstschutzmaßnahmen besteht allerdings die Gefahr, dass zusätzlicher Schaden verursacht wird. Der Schutz von Mensch und Tier steht an oberster Stelle, jedoch kommt auch den Schutz von Objekten, zur Verringerung von Sachschäden, ein wesentlicher Stellenwert zu.

Vorbereitung - was sollten sie schon heute tun

  • Gefahren mit der Familie diskutieren. Verhaltensregeln festlegen, Aufgaben in der Familie verteilen. Denken sie an die Möglichkeit, dass nicht jedes Familienmitglied zu Hause ist. Besonders sollte abgeklärt werden, wo Kinder hingehen sollen. Man sollte sich auch überlegen – wohin, wenn evakuiert werden muss?
  • Wenn die Gefahr besteht das Wasser in das Gebäude eindringen kann sollten nur geeignete Baustoffe und Materialien verwendet werden.
  • Kinder sollten mehr über die Gefahren, die bei Hochwasser herrschen, erfahren.
  • Im Eigenbereich überprüfen, ob bauliche Maßnahmen für den Nachbarn eine erhöhte Gefahr darstellen.
  • Die Trinkwasserversorgung kann bei Hochwasser gefährdet werden.
  • Für sämtliche Tiere sollte Vorsorge getroffen werden.
  • Auf gefährliche Stoffe, die eventuell eine Umweltgefährdung darstellen könnten, sollte geachtet werden.
  • Gibt es Tanks die aufschwimmen können? Öl kann erheblichen Schaden verursachen!
  • Nachbarschaftshilfe organisieren
  • Kennzeichnung von Eigentum
  • regelmäßige Reinigung von Kanalzu- und –abläufen durchführen
  • Selbstschutzmaßnahmen in Betrieben organisieren
  • Notgepäck und Dokumente für eine mögliche Evakuierung vorbereiten
  • Wo sind die Hauptschalter für Wasser, Strom, Heizung, Gas, Öl, usw.? Jedes Familienmitglied sollte darüber bescheid wissen.

Besser einmal zu viel vorbereitet, als einmal zu wenig!

Auch wenn es nicht in der Macht des Menschen liegt, Naturkatastrophen zu verhindern, können Schutzvorkehrungen viel bewirken. Dabei ist es notwendig, die Schutzmaßnahmen der Behörden und Hilfskräfte durch geeignete Selbstschutzmaßnahmen zu ergänzen. Dadurch kann ein Schaden verringert und die persönliche Sicherheit wesentlich erhöht werden.

Letzte Vorbereitung – Wenn es ernst wird!

  • Hochwasserwarnungen ernst nehmen damit genügend Zeit bleibt um sich auf den Ernstfall vorzubereiten.
  • Jedes Hochwasser verläuft anders! Keine Rückschlüsse aus alten Ereignissen ziehen!
  • Wetterlage verfolgen.
  • Radio- und Fernsehmeldungen beachten. Lautsprecherdurchsagen verfolgen. Laufend informieren, wie sich die Situation weiter entwickelt.
  • Auf Sirenensignale achten! Sonderregelungen bei Gemeinden erfragen, z.B. im Kamptal: „Wasseralarm“ – 10 Minuten lang, 10 Sekunden Dauerton – 5 Sekunden Pause!
  • behördlich angesetzte Maßnahmen umsetzen.
  • Tiere aus der Gefahrenzone bringen.
  • Tanks durch Befüllen oder durch geeignete Halterungen gegen Aufschwimmen sichern. Öffnungen verschließen und abdichten.
  • Gegenstände die die durch die Strömung mitgerissen werden könnten entfernen oder sichern.
  • Abdichtungsmaßnahmen bei Gebäude ergreifen. Eventuell Keller fluten.
  • Gefährdung durch angetriebenes Treibgut beachten.
  • Fahrzeuge an einem hochwassersicheren Platz bringen.
  • Gegenstände die nicht nass werden sollten, aus dem Keller räumen.
  • Haupthähne und Schalter abdrehen. Auf Kühlschrank und Tiefkühlschrank achten.
  • Notgepäck und Dokumente griffbereit halten.

Immer auf Eigensicherheit achten! Die Gewalt des Wassers nicht unterschätzen!

Bei Hochwasserereignissen kommt es durch falsches Verhalten immer wieder zu Behinderungen der Hilfskräfte aber auch zu tragischen Unfällen.

Nach dem Hochwasser ist Aufräumen angesagt!

  • Mit den Aufräumungsarbeiten rasch beginnen. Durch Tierkadaver können Seuchen entstehen! Der abgelagerte Schlamm wird sehr schnell hart und kann dann nur noch mit erhöhtem Aufwand entfernt werden.
  • Mit dem Auspumpen erst beginnen, wenn sichergestellt ist dass dadurch kein zusätzlicher Gebäudeschaden entstehen kann.
  • Hausbrunnen sollten entkeimt, und die Wassergüte überprüft werden.
  • Vorsicht beim Öffnen von Toren.
  • Um Schimmelpilzbefall zu verhindern, ist ein rasches und ausreichendes Trocknen des Mauerwerkes sicherzustellen.

Für mögliche Entschädigungszahlungen wenden sie sich an die Gemeinde.

Fahrzeuge die nicht rechtzeitig aus der Gefahrenzone gebracht werden, verursachen erhebliche Probleme bei Hilfseinsätzen aber auch für die Umwelt.

Auto und Wasser – zeichnet sich die Gefahr eines Hochwassers ab, ist folgendes zu tun:

  • Fahrzeuge in Sicherheit bringen
  • Beim Passieren von gefluteten Stellen sollten sie sich sehr langsam vortasten. Bei Eindringen von Wasser in den Motorraum ist mit erheblichem Schaden zu rechnen.
  • Nach längeren Fahrten den Motor abstellen, damit der Katalysator abkühlen kann, ehe sie durch Wasser fahren. Die Temperatur des Katalysators liegt bei etwa 700 Grad. Wird er plötzlich abgekühlt, kann der Keramikkopf springen.

Ausrüstung für den Ernstfall

  • Notbeleuchtung:
    Bei Hochwasser kann es vorkommen das in kürzester Zeit die gesamte Stromversorgung von Ortschaften sowie Städten zusammen bricht. Sorgen sie deshalb nicht nur mit Taschenlampen, sondern auch mit Kerzen oder einer Gaslampe als Notbeleuchtung vor. Vergessen sie nicht Ersatzbatterien und Ersatzkartuschen bereit zu halten. Bei längeren Stromausfall bietet sich die Anschaffung eines Notstromaggregates an, sicher eine etwas teure, aber gute Alternative(Tiefkühlschrank).
  • Gaskocher:
    Durch solche Kocher kann man sich im Ernstfall heiße Getränke und fertige Gerichte aufwärmen. Ein kleiner Vorrat an Brennstoff sollte auch nicht vergessen werden. Nützlich wäre auch eine Thermoskanne.
  • Ersatzheizung:
    Bei solchen Katastrophen sollte mit Ausfall der Heizungsanlage gerechnet werden. Um nicht im Kalten zu sitzen, empfehlen wir den Ankauf von Gasheizung mit Gasflasche, Petroleumheizung oder einer Gebläseheizung.
  • Feuerzeug, Dosenöffner, usw.
  • Radio, Telefon:
    Falls der Strom ausfällt hilft ein Transistorradio um den Informationsfluss aufrecht zu halten. Denken sie auch an die Stromversorgung ihres Telefons. Schaffen sie zeitgerecht mehrere Ersatzakkus an.
  • Notrufsignalgeber:
    Im Notfall können sie lebensrettend sein: Notrufsignalgeber, wie Blinklampe, Tuch mit rotem Kreuz, Signalhupe etc... Ist das Telefon ausgefallen, kann oft Hilfe nicht anders gerufen werden. Ein Notrufsignalgeber könnte auch hilfreich sein, um die genaue Position, wo sie sich aufhalten lokalisieren zu können. Mittels Signalhupe können SOS – Zeichen hörbar abgegeben werden (3x kurz, 3x lang, 3x kurz).
  • Korb mit Kordel:
    Wenn ihr Erdgeschoss überflutet werden sollte, und sie dadurch in höhere Etagen ausweichen müssen, sollten sie einen Korb mit daran befestigter Kordel für Versorgung von unten bereithalten.
  • Leiter:
    Bei steigenden Fluten kann man sein Haus oft nicht auf dem normalen Weg verlassen. In diesem Fall hilft eine Leiter für den Ausstieg aus der 1. Etage weiter.
  • Behelfstoilette:
    Für den Fall des Ausfalls ihrer Toilette sollten sie eine Ersatz- bzw. Behelfstoilette bereitstellen. Bewährt haben sich Chemietoiletten die in Campinggeschäften erhältlich sind.
  • Eiserne Ration:
    Bei solchen Ereignissen kann es leicht vorkommen, dass für längere Zeit ihr Haus nicht verlassen können. Auch wenn sie auf die Verpflegung durch die Hilfsmannschaften angewiesen sind, sollte dies nur eine Notversorgung sein. Daher sollten sie sich eine eiserne Ration bereitstellen, die eine Ernährung über einige Tage ohne fremde Hilfe ermöglicht. Richten sie ihre Einkaufsliste so aus, dass sie auch ohne Strom und Gas die Ernährung zubereiten können.
    Es kann auch vorkommen das sie einige Tage auf Trinkwasser aus der Wasserleitung verzichten müssen. Aus diesem Grund sollten sie sich einen Vorrat von Trinkwasser bereitstellen.

Ausrüstung für Arbeiten beim Hochwasser

  • Gummistiefel
  • Wathose
  • Schwimmweste
  • Gummi- und Arbeitshandschuhe
  • Hausapotheke
  • Behälter für schützenswerte Gegenstände
  • Pumpen und Zubehör
  • zusätzliche Beleuchtung
  • Schrubber, Wasserschieber, Eimer, Aufnehmer, Lappen
  • Entfeuchter

Schutz der Inneneinrichtung

Grundsätzlich sollten höherwertige Nutzungen, die durch Hochwässer beschädigt werden könnten, nur in hochwasserfreien Geschossen erfolgen. In den von Hochwasser betroffenen Gebäudebereichen sollten nur wasserunempfindliche Einrichtungsgegenstände verwendet werden, die ausreichend mobil sind (Kleinmöbel) und im Hochwasserfall in Sicherheit gebracht werden können.

Verschluss der Gebäudeöffnungen

  • Sandsäcke können bei geringen Wasserständen (einige Dezimeter) zum Einsatz kommen. Die hierzu erforderlichen Materialien sollten möglichst unmittelbar am oder im zu schützenden Objekt gelagert sein. Da keine fixen Einbauten erforderlich sind, eignet sich der Einsatz von Sandsäcken auch zum Schutz vor unvorhergesehenen Gefahren.
  • Dammbalkensysteme können unter der Voraussetzung einer ausreichenden Standsicherheit des Gebäudes Schutz vor höheren Überflutungen bieten (m-Bereich). Ihr Einsatz setzt sowohl fixe Installationen (z.B. Befestigungsschienen) als auch die Lagerung der Dammbalken voraus.
  • Passgenau zugeschnittene Einsatzstücke für Tür- und Fensteröffnungen mit Profildichtung bieten einen ähnlichen Schutzgrad wie Dammbalkenverschlüsse.
  • Wasserdichte Fenster und Türen bieten darüber hinaus den Vorteil, dass einerseits die Handhabung schnell und unproblematisch ist und andererseits keine nur im Hochwasserfall einzusetzenden Bauteile gelagert werden müssen.