Leistungsabzeichen der Feuerwehr

Feuerwehrleistungsabzeichen Bronze

Der Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze entstand aus dem Gebiet der Löschgruppe. 

Der Bewerb um das FLA-Bronze beinhaltet zwei Disziplinen:

  • Löschangriff
  • Staffellauf

Beim Löschangriff hat die Löschgruppe (bestehend aus neun Feuerwehrmitgliedern) eine Löschleitung samt dazugehöriger Saugleitung von der Wasserentnahmestelle bis zum Brandobjekt , so schnell wie möglich, aufzubauen.
Dieser Bewerb findet trocken - ohne Wasser statt.

Beim Staffellauf gilt es die vorgegebene Strecke von 400 Meter (für jeden Teilnehmer 50 Meter) in bestmöglicher Zeit und mit Strahlrohrübergaben zu absolvieren. Hier nehmen acht Teilnehmer teil.

Die Zeiten aus beiden Disziplinen werden addiert und mit eventuell angefallen Fehlern summiert.
Diese Summe wird von 500 Punkten abgezogen.
Um den Bewerb positiv abzuschließen müssen 310 Punkte erreicht werden.

Die Gruppe im Löschangriff teilt sich in:
Gruppenkommandant, Melder, Maschinist, Angriffstruppführer, Angriffstruppmann, Wassertruppführer, Wassertruppmann, Schlauchtruppführer und Schlauchtruppmann.

In der Wertungsklasse Bronze können die einzelnen Positionen innerhalb der Gruppe frei gewählt werden.

Feuerwehrleistungsabzeichen Silber

Der Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber ist dem Bewerb um das Abzeichen in Bronze nahezu identisch. 

Es gibt eigentlich nur einen, jedoch großen Unterschied zum Bewerb um das Abzeichen in Bronze.
Beim Bewerb um das Abzeichen in Silber wissen die Gruppenmitglieder ihre Funktionen bis zum Antreten zum Bewerb nicht.
Die Funktionen werden erst nach dem Zusammenräumen des Bewerbsgerätes durch Los entschieden.
Somit wird jedes Mitglied der Gruppe vor das Problem gestellt jede Position beherrschen zu müssen.

Auch dieser Bewerb wird in die beiden Disziplinen - Löschangriff und Staffellauf - unterteilt.

Feuerwehrleistungsabzeichen Gold

Im Gegensatz zu den Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber, bei denen es sich um einen Gruppenbewerb handelt, ist das FLA-Gold ein Einzelbewerb.

Innerhalb der Feuerwehr wird es auch als "Feuerwehrmatura" bezeichnet. Grund dafür dürfte die intensive Vorbereitung sein.

Der Bewerber muss sein Wissen aus den verschiedenen Bereichen des Feuerwehrwesens in Theorie und Praxis umsetzen können.

Folgende Bewerbsdisziplinen müssen beherrscht werden:

  • Ausbildung in der Feuerwehr: Handbuch Grundausbildung, die Gruppe im Löscheinsatz und technischen Einsatz
  • Berechnen - Ermitteln - Entscheiden: Löschmittelberechnung, Löschwasserförderung über längere Strecken und Entscheiden
  • Brandschutzplan: Lesen von Lage- und Geschoßplänen
  • Formulieren und Geben von Befehlen: Entwicklungsbefehl, Angriffsbefehl und Einsatzbefehl
  • Fragen aus dem Feuerwehrwesen: 300 Fragen sind zu lernen
  • Führungsverfahren: Brandeinsatz und technischer Einsatz
  • Praktische Einsatztätigkeiten: Knoten und Bünde sowie Überwinden einer Hindernisstrecke in Einsatzuniform
  • Verhalten vor einer Gruppe: Kommandieren einer Gruppe bestehend aus 12 Mitgliedern

Wasserdienstleistungsabzeichen Bronze

Der Bewerb um das Wasserdienstleistungsabzeichen entstand aus der Tradition des Zillenfahrens bei der Feuerwehr.

Beim Bewerb um das Wasserdienstleistungsabzeichen in Bronze bilden zwei Feuerwehrmitglieder eine Zillenbesatzung. 

Der Bewerb um das WLA-Bronze beinhaltet zwei Disziplinen:

  • Knotenkunde
  • Zillenfahren

Bei der Disziplin Knotenkunde muss jeder Bewerber einen Knoten an einem Knotengestell anlegen.
Dieser wird aus sechs Karten gezogen.

Bei der Disziplin Zillenfahren muss die Zillenbesatzung - die Positionen "Steuermann" und "Kranzlmann" können innerhalb der Besatzung frei gewählt werden - mit der Zille eine vorgegebene Strecke im Wasser erfolgreich bewältigen.
Die Strecke (ca. 800m) unterteilt sich in eine Schubstrecke sowie eine Ruderstrecke.

Die erste Hälfte der Strecke, die Schubstrecke, ist mittels Schubstange oder Schiffshaken stromaufwärts zu schieben. Dabei müssen vier Tore korrekt passiert werden. Am Ende dieser Strecke ist ein Schwimmholz (welches eine zu rettende Person darstellt) richtig aufzunehmen.

Nach dem Passieren der Wendeboje beginnt die Ruderstrecke.
Diese Strecke, mit drei Zillengassen, muss ebenfalls korrekt passiert werden.
Nach Durchfahren der ersten Zillengasse wird die Zillengasse um 180° gewendet und der Kranzlmann wird zum Steuermann. Dieser muss die Zille, in weiterer Folge, korrekt durch die zweite Zillengasse steuern. Danach wird die Zille in die Ausgangslage zurück gewendet.

Bei der Disziplin Zillenfahren muss ein vom Bewerbsleiter festgelegtes Zeitlimit erreicht werden.

Wasserdienstleistungsabzeichen Silber

Der Bewerb um das Wasserdienstleistungsabzeichen in Silber ist dem Bewerb in Bronze fast identisch.

Bei der Disziplin Knoten hat der Bewerber zwei Knoten zu ziehen und anzulegen.

Bei der Disziplin Zillenfahren werden die Positionen "Steuermann" und "Kranzlmann" kurz vor dem Start durch Würfeln entschieden.

Kurz vor dem Zieleinlauf hat der "Kranzlmann" mit dem Ruder auf die letzte Boje zu schlagen.

Wasserdienstleistungsabzeichen Gold

Das Wasserdienstleistungsabzeichen in Gold steht als höchste zu erreichende Stufe am Sektor des Wasserdienstes. Genau wie beim Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold erforderte dieses Abzeichen einen hohen Ausbildungsstandard sowie sehr intensives Training als Vorbereitung.

Bei diesem Bewerb handelt es sich um einen Einzelbewerb. 

Dieser Bewerb wird in drei Disziplinen unterteilt:

  • Fragen: Aus drei verschiedenen Sachgebieten mit jeweils 80 Fragen müssen fünf gezogen und in vorgegebener Zeit beantwortet werden
  • Seilknoten: Der Bewerber hat hier fünf (von 13) Knoten und einen (von vier) Bund mit der richtigen Leine in vorgegebener Zeit anzufertigen bzw. anzulegen.
  • Zillenfahren: Hier gilt, wie auch beim Bewerb um das WLA in Bronze und Silber, eine Schubstrecke bis zur Wendeboje korrekt zu absolvieren. Als Unterschied zu Bronze und Silber wird jetzt die Rudergasse gerade durchfahren und die Zille nicht um 180° gedreht. Jedoch gilt es die letzte Zillengasse wasserseitig normal zu passieren und danach die landseitige Gasse stromaufwärts zu bewältigen.

Nach dieser Herausforderung muss die Zille mit dem Schiffshaken, wobei das Kranzl in die Strömung gerichtet sein zu hat, am Schwemmerbalken anzuhaken. Nach dem richtigen Abdrehen der Zille gilt es noch die Zille am folgenden Wasserfahrzeug anzulanden. Danach erfolgt die Einfahrt ins Ziel.

Funkleistungsabzeichen

Das Funkleistungsabzeichen ist die Krönung der Ausbildung zum Feuerwehrfunker.
Hier können die Bewerber ihre fachliche Kompetenz auf dem Gebiet des Nachrichtendienstes unter Beweis stellen.

Die Bewerber werden in folgenden sechs Disziplinen geprüft:

  • Tätigkeiten mit dem Handfunkgerät:  Der Bewerber muss vorgegebene Tätigkeiten durchführen und Einstellungen am Funkgerät gezielt verändern können.
  • Erstellen und Absetzen von Funkgesprächen: Aus einem vorgegebenen Text müssen Nachrichten verfasst und abgesetzt werden.
  • Arbeiten in der Einsatzleitung: Der Funker hat die neben der Nachrichtenübermittlung auch die Einsatzdokumentation zu erledigen. Dazu gehören führen des Einsatztagebuches und der Lageskizze sowie das Protokollieren relevanter Details.
  • Erstellen und Absetzen der Einsatzsofortmeldung
  • Lotsendienst: Hier muss der Funker ortsunkundige Feuerwehren  per Funk und mittels Landkarte zu einem Einsatz führen.
  • Fragen: 10 gezogene Fragen (von 50 möglichen) müssen aus dem Bereich Funktechnik und Funkordnung beantwortet werden.

Zum Erlangen des Funkleistungsabzeichens muss eine gewisser Prozentsatz in jeder Disziplin richtig absolviert werden. Weiters müssen die Aufgaben innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmes abgearbeitet werden.

Sprengdienstleistungsabzeichen Bronze

Dieses Abzeichen wurde zur Festigung des Erlernten auf dem Gebiet des Sprengwesens eingeführt.

Die Prüfung unterteilt sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Im theoretischen Teil muss der Bewerber 10 Fragen aus vorgegebenen 200 beantworten.
Diese beziehen sich auf Gesetze, Spreng- und Zündmittel und der Sprengtechnik. 30 schriftliche Fragen und eine Widerstandberechnung gehören ebenfalls zu diesem Teil der Prüfung.

Bei der praktischen Prüfung muss der Bewerber seine Kenntnisse in den Bereichen der Handhabung mit Spreng- und Zündmittel, bei der richtigen Ladungsanbringung und beim richtigen Ablauf einer Sprengung unter Bewies stellen.

Sprengdienstleistungsabzeichen Silber

Die Prüfung für das Sprengdienstleistungsabzeichen in Silber setzt sich, genau wie bei Bronze, aus einem theoretischen und einen praktischen eil zusammen.

Es kommen noch 10 Berechnungen wie Schlot, Fundament, Fahrbahnplatte, usw. dazu.
Das Besondere ist jedoch eine Berechnung, sowohl als Hausaufgabe und auch am Bewerbstag, eines vorgegebenen Objektes. Dabei muss der Bewerber einen Sprengplan und Zündschema erstellen und die notwendige Ladung berechnen.

Sprengdienstleistungsabzeichen Gold

Für dieses Abzeichen gibt es keinen gesonderten Bewerb.
Dieses wird für besondere Verdienste verliehen.

Strahlenschutzleistungsabzeichen Bronze

Dieses Abzeichen wurde von der ARC Seibersdorf research GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Inneres, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Österreichischen Roten Kreuz, Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, und dem Bundesfeuerwehrverband geschaffen und aktualisiert.

Für das Strahlenschutzleistungsabzeichen in Bronze hat der Bewerber die fachlichen Grundvoraussetzungen, welche im Einsatz mit radioaktiven Stoffen erforderlich sind, nachzuweisen.

Strahlenschutzleistungsabzeichen Silber

Inhaber des Strahlenschutzleistungsabzeichen Silber verfügen, im Gegensatz zum Inhaber des Abzeichens Bronze, über spezielle Kenntnisse der mittleren Führungsebene. Sie müssen bei Schadens- und Katstrophenfällen in Verbindung mit radioaktiven Stoffen die Lage richtig beurteilen und ihre Mannschaften effizient einsetzen können.